SGAG-Preis / Prix SSGA
Markus Frei: Wohnverdichtungsanalysen zur Bestimmung des Innenstadtentwicklungspotenzials. Eine GIS-gestützte Methode am Beispiel der Stadt Kreuzlingen.
(Zusammenfassung der Masterarbeit, Universität Basel)
Problemstellung und Zielsetzung
Die Thematik der Zersiedelung und der Innenentwicklung wird in vielen Berichten des Bundes erwähnt. Doch bis heute sind in der Schweiz kaum flächendeckende Methoden zur Erkennung von Innenverdichtungs- bzw. Innenentwicklungspotentialen von Siedlungen verfügbar. Es fehlt an effizienten, nicht auf Annahmen oder Schätzungen beruhenden Methoden, die in der Lage sind, aus verschiedenen vorhandenen Daten und ohne zusätzlichen Erhebungsaufwand das Verdichtungspotential zu ermitteln und konkret auszuweisen.
Das Ziel der vorliegenden Masterarbeit liegt in der Entwicklung und Überprüfung einer schweizweit anwendbaren Methode bzw. einer Kombination verschiedener Berechnungen zur parzellenscharfen Erkennung und Bezeichnung von bebauten aber unternutzten Parzellen, die ein Wohnverdichtungspotential aufweisen, unter Anwendung von Geographischen Informationssystemen (GIS).

Luftbild von Kreuzlingen (vorne) und der im Siedlungsbild kaum abgegrenzten Stadt Konstanz (hinten).
Methode
Die Berechnungen zur Bestimmung des Wohn-Innenverdichtungspotentials beruhen auf verschiedenen schweizweit digital vorhandenen und aktuellen Daten sowie auf den kommunalen Erlassen (Baureglement und Nutzungsplan) der Stadt Kreuzlingen. Die Gesamtwohnverdichtungspotentialmethode besteht aus einer Kombination von Berechnungsmethoden, wobei mittels Indizes die verschiedenen Teilbereiche der Verdichtungspotentialberechnungen verknüpft werden. Die Teilergebnisse der Analysen wurden immer wieder auf ihre Plausibilität überprüft und mittels eines zusammengesetzten Indexes (ZI) in eine Gesamtmethode einbezogen. Zudem wurde das Ergebnis mittels Stichproben auf ihre Ergebnisqualität untersucht.
Ergebnisse
Eine Übersicht aller analysierten Parzellen mit ihren Verdichtungspotentialen kann aus der Karte Gesamtwohnverdichtungspotential (Z1) entnommen werden. Diese besteht aus einer Kombination verschiedener Potentialberechnungen und ihrer Indexe zu einem zusammengesetzten Index. Die vereinfachte Schlusskarte (Z2) dient dazu, auf einen Blick die Parzellen mit dem grössten Wohnverdichtungspotential unter Berücksichtigung ihrer Zoneneinteilung zu erkennen.


Ausschnitt aus der vereinfachten Karte mit der parzellenscharfen Darstellung des Wohnverdichtungspotentials.
Schlussfolgerungen
Es konnten bedeutende, unternutzte Parzellen für Wohnzwecke sowie stark genutzte Parzellen mit einer hohen Wohnnutzung entdeckt werden. Die Methode zeigt reales, tatsächlich vorhandenes Verdichtungspotential. Die Methode generiert Übersicht über die vorhandenen Innenentwicklungspotentiale und kann so die Siedlungsentwicklung nach aussen vermindern sowie die öffentliche Hand, Planer, Bauherren, Architekten und Investoren in ihren Entscheidungen unterstützen.
